Im duftenden Abendrot

Mehr aus Caxtons Vorrede (1485)

Besagte edle Herren forderten mich dringend auf, die Geschichte des besagten edlen Königs und Eroberers König Arthur und seiner Ritter, mit der Geschichte des heiligen Grals, und vom Tod und Ende besagten Arthurs zu drucken; sie brachten vor, daß ich seine Geschichten und edlen Taten eher drucken sollte als die Gottfrieds von Bouillon oder irgendeines von den anderen acht, in Anbetracht, daß er ein Mann wäre, der in diesem Reiche geboren und König und Kaiser desselbigen war, und daß es im Französischen mannigfache und viele edle Bände von seinen und desgleichen seiner Ritter Taten gäbe.

DER TOD ARTHURSSIR THOMAS MALORY – ERSTER BAND – IM INSEL-VERLAG ZU LEIPZIG – 1913

An Peter Scher

Mein lieber Peter Scher,
Horch her:

Ich hätte dich manchmal hassen
Und an der Gurgel fassen
Wollen, dich, den der Ringelnatz liebt.
Weil du nicht lernst, daß es Etwasse gibt,
die gar nichts mit sich anfangen lassen.
Oder weil du, der auch du mich liebst,
das nicht zugibst.
Und gerade auf das Zugeben
Kommt’s an im Leben.

Du bist oft an falscher Stelle zu dick.

Wir sind Freunde auf Lebenszeit.
Ich kenne deine Vergangenheit.
Und ich weiß: im wichtigen Augenblick
Bist du ganz und groß und hilfsbereit.

Joachim Ringelnatz: Allerdings
Gedichte, © 1928 by Ernst Rowohlt Verlag

Das Licht

Das Wasser Europas, zu dem es mich zieht,
ist ein kalter, schwarzer See,
wo einsam mit einem Boot,
ganz kleinem Boot,
wie ein Frühlingsfalter,
ein Kind spielt im duftenden Abendrot.

Si je désire une eau d’Europe, c’est la flache
Noire et froide où, vers le crépuscule embaumé,
Un enfant accroupi, plein de tristesse, lâche
Un bateau frêle comme un papillon de mai.

Arthur Rimbaud

Eine Art Ekel in den Händen

Die Gegenstände, das dürfte einen nicht berühren, denn das lebt ja nicht. Man bedient sich ihrer, man stellt sie wieder an ihren Platz, man lebt mitten unter ihnen: sie sind nützlich, mehr nicht. Aber mich, mich berühren sie, das ist unerträglich. Ich habe Angst, mit ihnen in Kontakt zu kommen, als wären sie lebendige Tiere.

Jean-Paul Sartre, Der Ekel, 1938, © 1981 by Rowohlt Verlag GmbH