Schlichte Kunst, die Gott mir verliehen

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… welche Handschrift Sir Thomas Malory aus gewissen französischen Büchern nahm und auf englisch abfaßte. Und ich habe es meiner Handschrift getreu in Druck gesetzt, zu dem Zwecke, daß edle Männer die edlen Handlungen des Rittertums sehen und kennen lernen möchten, die adligen und tugendhaften Taten, die etliche Ritter in jenen Tagen im Schwange hatten, wodurch sie zu Ehre kamen, und wie diejenigen, so verderbt waren, bestraft und oft in Schmach und Schande gebracht wurden; und demütig bitte ich alle edlen Herren und Damen …

DER TOD ARTHURSSIR THOMAS MALORY – ERSTER BAND – IM INSEL-VERLAG ZU LEIPZIG – 1913

Caxtons Vorrede (1485)

Nachdem ich verschiedene Geschichten, sowohl der Betrachtung wie anderer geschichtlicher und weltlicher Taten großer Eroberer und Fürsten, und desgleichen gewisse Bücher der der Exempel und der Lehre vollbracht und beendigt hatte, kamen viele edle und mannigfaltige Herren dieses Reiches England und fragten mich vielmals und oft, warum ich die edle Geschichte des heiligen Grals und des berühmtesten christlichen Königs, des ersten und obersten der drei besten christlichen und ruhmvollen, des Königs Arthur, nicht veranstaltet und gedruckt habe, der unter uns englischen männern am meisten und vor allen anderen christlichen Königen in Andenken gehalten werden sollte.

Denn es ist ja in der ganzen Welt allgemein bekannt, daß es neun ruhmvolle Könige gibt, welche die besten sind, die je waren. Nämlich drei Heiden, drei Juden und drei Christenmänner.

Was die Heiden angeht, so waren sie vor der Fleischwerdung Christi, welche genannt waren: der erste Hektor von Troja, dessen Geschichte sowohl in Ballade wie Prosa auf uns gekommen ist, der zweite Alexander der Große, und der dritte Julius Cäsar, Kaiser von Rom, von dem die Geschichten wohlbekannt und zu haben sind. Und was die drei Juden angeht, die ebenfalls vor der Fleischwerdung unseres Herrn waren, von denen war der erste Herzog Josua, der die Kinder Israels in das Land der Verheißung gebracht hatte, der zweite David, König von Jerusalem, und der dritte Judas Makkabäus: von diesen dreien berichtet die Bibel all ihre edlen Geschichten und Taten. Und seit der besagten Fleischwerdung sind drei edle Christenmänner in der ganzen Welt in die Zahl der neun besten und ruhmvollsten eingestellt und zugelassen worden, von denen der erste der edle Arthur war, dessen edle Taten ich in diesem gegenwärtigem Buch, das hier folgt, zu beschreiben vorhabe. Der zweite war Charlemagne oder Karl der Große, dessen Geschichte sowohl französisch wie englisch an vielen Orten zu haben ist. Und der dritte und letzte war Gottfried von Bouillon, von dessen Taten und Leben ich für den trefflichen Fürsten und König edlen Angedenkens, König Eduard den Vierten, ein Buch machte.

DER TOD ARTHURSSIR THOMAS MALORY – ERSTER BAND – IM INSEL-VERLAG ZU LEIPZIG – 1913

An Peter Scher

Mein lieber Peter Scher,
Horch her:

Ich hätte dich manchmal hassen
Und an der Gurgel fassen
Wollen, dich, den der Ringelnatz liebt.
Weil du nicht lernst, daß es Etwasse gibt,
die gar nichts mit sich anfangen lassen.
Oder weil du, der auch du mich liebst,
das nicht zugibst.
Und gerade auf das Zugeben
Kommt’s an im Leben.

Du bist oft an falscher Stelle zu dick.

Wir sind Freunde auf Lebenszeit.
Ich kenne deine Vergangenheit.
Und ich weiß: im wichtigen Augenblick
Bist du ganz und groß und hilfsbereit.

Joachim Ringelnatz: Allerdings
Gedichte, © 1928 by Ernst Rowohlt Verlag

Einladender Komplizenblick

Der Doktor lacht […] Ich lache nicht, ich gehen nicht auf seine Annäherungsversuche ein: also probiert er, immer noch lachend, das schreckliche Feuer seiner Pupillen an mir aus. Wir schauen uns schweigend ein paar Sekunden lang an; er mustert mich, als wäre er kurzsichtig, er ordnet mich ein. In die Kategorie der Spinner? In die der Strolche?

Trotzdem ist er es, der den Kopf abwendet: eine kleine Schlappe vor einem einsamen Typ ohne soziale Bedeutung, das lohnt nicht, erwähnt zu werden, das vergisst man auf der Stelle. […]

Ich schäme mich für Herrn Achille. Wir gehören zu der selben Sorte, wir müssten gegen sie zusammenhalten. Aber er hat mich im Stich gelassen, er ist auf ihre Seite übergelaufen: er glaubt ehrlich daran, an die Erfahrung. Nicht an seine noch an meine. An die des Doktors Rogé. Vorhin fühlte Herr Achille sich komisch, er hatte den Eindruck, ganz allein zu sein; jetzt weiß er. daß es andere von seiner Sorte gegeben hat, viele andere: der Doktor Rogé ist ihnen begegnet […]

Jean-Paul Sartre, Der Ekel, 1938, © 1981 by Rowohlt Verlag GmbH, p80ff

Willing and able

Zitat

„Letzteres“, sagte sie. „Das du deiner Mutter nachschlägst, ist nicht weiter verwunderlich. Dein Vater ist ja nicht gerade jemand, der zur Nachahmung inspiriert. Nein, Menschen verwechseln Macht mit Willen, weil die wenigsten auch nur den blassesten Schimmer davon haben, was sie wirklich wollen. Und ohne dieses Wissen bleibt der Wille allein ohnmächtig.“

Richard Russo „Diese gottverdammten Träume“